Was ist ein „angespannter Wohnungsmarkt“?
Der französische Immobilienmarkt steht unter erheblichem Druck, insbesondere in den großen Ballungsräumen. Ein „angespannter Wohnungsmarkt“ bezeichnet Gebiete, in denen die Wohnungskrise besonders gravierend ist, mit stetig steigenden Mieten und einem Mangel an verfügbarem Wohnraum.
Um dieser Krise entgegenzuwirken, hat die Regierung im Rahmen des Alur-Gesetzes mehrere Maßnahmen ergriffen:
- Mietpreisbindung
- Verkürzte Kündigungsfristen
- Wohnzuschlag für Zweitwohnungen
- Steuer auf leerstehende Wohnungen
Gebiete mit hoher Nachfrage: Vorrang für traditionelle Vermietungen
In diesen Gebieten begünstigen die Maßnahmen langfristige Vermietungen gegenüber kurzfristigen Touristenvermietungen. Vermieter werden dazu angehalten, an Personen mit ständigem Wohnsitz zu vermieten.
Hindernisse für Kurzzeitvermietungen in Gebieten mit hoher Nachfrage
Kurzzeitvermietungen = gewerbliche Tätigkeit
Kurzzeitvermietungen an Touristen gelten als gewerbliche Tätigkeit. Es ist eine kommunale Genehmigung erforderlich, die oft befristet ist (z. B. zwei Jahre in Lille, zweimal verlängerbar).
Nutzungsänderung und Ausgleich
Einige Gemeinden verlangen einen Ausgleich für die Nutzungsänderung. Dies kann die Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohnraum oder den Erwerb von Gewerberechten von einem sozialen Wohnungsbauunternehmen beinhalten.
Vorgehen gegen nicht angemeldete möblierte Vermietungen
Die Kontrollen werden verschärft. Zuwiderhandelnden drohen:
- Geldstrafen von bis zu 50.000 € pro Einheit
- Tagessätze von bis zu 1.000 € pro Quadratmeter
- Mögliche strafrechtliche Verfolgung
Französische Städte in Gebieten mit hoher Nachfrage
Das Alur-Gesetz von 2014 identifizierte 1.149 Städte in Gebieten mit hoher Nachfrage gemäß Dekret Nr. 2013-392 vom 10. Mai 2013; diese Liste wurde 2015 aktualisiert und ist seitdem unverändert geblieben.